Ostthüringer Zeitung (OTZ) - Ein Angebot gegen das Weggehen

Themen für eine Seminararbeit, Praktikumsplätze, Kennenlerntage im Chemiewerk, Expertenhilfe bei bestimmten Themen im Chemie-Unterricht. Das sind Bestandteile der gestern besiegelten Partnerschaft zwischen dem Köstritzer Chemiewerk und der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Lusan. Die Kooperation soll langsam aufgebaut und jährlich überprüft werden, sagte Michael Meier, Schulleiter der IGS mit mehr als 600 Schülern.

"Die Kooperation soll ein Angebot für Menschen sein, nicht wegzugehen", sagte Chemiewerk-Geschäftsführer Dr. Volker Damrath. Bei der Kooperation halfen auch Arbeitsagentur und Ausbildungsverbund Ostthüringen.

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Schulleiter Meier berichtete, dass eine erste Betriebspartnerschaft nicht wie gewünscht lief. Und danach viele Unternehmensklinken geputzt wurden, bis die Schule auf das Chemiewerk stieß. "Da gab es auch Momente, wo wir dachten; Na gut, dann haben wir eben im Moment Pech gehabt", erzählte Meier. Unternehmen hätten entweder keine Kapazitäten oder seien zu klein trotz des absehbaren Fachkräftemangels.

Zwar habe das Chemiewerk, das etwa 250 Mitarbeiter hat, schon eine Kooperation mit der Köstritzer Regelschule. Doch wollte Damrath sich noch eine aktivere Partnerschule suchen. Zudem habe die IGS eine gymnasiale Oberstufe und sei der Geraer Einzugsraum größer. Nach den ersten Gesprächen stand für Damrath fest: "Das passt." Auch Vize-Elternsprecher Kai Schulze sprach von einem sehr guten Projekt. Die Eltern hatten sich selbst zuvor nach Betrieben erkundigt. Doch das ist erst einmal zurückgestellt, auch weil weder Chemiewerk noch IGS weitere Patenschaften anstreben. Schulleiter Meier verspricht sich von der Kooperation zudem, dass das teils "dürftige Wissen" von Schülern, aber auch Lehrern oder Eltern zum Berufsleben erweitert werde.

Beim Chemiewerk mit derzeit 17 Auszubildenden drehte sich die Bewerberlage in zwei Jahren: Habe es im Vorjahr noch um die 50 aussagekräftige Bewerbungen gegeben, seien es für dieses Jahr bisher 25. "Und das bei einem verfünffachten Aufwand von uns. Aber bald gehen viele Mitarbeiter in den Ruhestand", sagte Personalreferent Ingolf Pauli. Dazu kamen die Bewerbungen vor allem aus Sachsen-Anhalt. Geraer Bewerber fehlen dagegen weitgehend.