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OTZ - Chemiewerk mit Großinvestition

Das Werk in Bad Köstritz erweitert für 13,7 Millionen Euro seine Kieselsäure-Produktion. Das Vorjahr schloss das Unternehmen mit einem Rekordumsatz ab. Das lohnt sich auch für die 250 Mitarbeiter.
10.02.2012 -

Aus seinem Büro kann Dr. Volker Damrath ziemlich gut auf die Großbaustelle schauen. Das Bad Köstritzer Chemiewerk plant auf seinem Gelände eine Großinvestition. Für 13,7 Millionen Euro, davon 14 Prozent EU-Förderung, soll die Kieselsäure-Produktion um ein Drittel gesteigert werden, berichtet der Geschäftsführer.

"Es ist eine der größten Investitionen am Standort", erklärte er. Derzeit würde an der Kapazitätsgrenze produziert. "Wir haben keine Freiräume mehr und etliche Wochen Lieferzeit". Und Kunden würden schon ihre Nachfrage beim Chemiewerk auf die erweiterte Produktion ausrichten. "Wir gehen davon aus, dass die neuen Kapazitäten schnell ausgelastet sind". Die in Köstritz hergestellten flüssigen Kieselsole werden unter anderem für das feine Polieren von Siliziumscheiben (so genannten Wafern) verwendet. Allerdings nicht für die Solarindustrie, sondern nur für die Elektronikbranche, die diese Wafer zu Chips für Smartphones oder Computer weiterverarbeitet.

 

Drei der 13,7 Millionen Euro seien für die zusätzlich nötige Wassereinigung und -aufbereitung verplant, sagte Damrath. Damit wird nach der Erweiterung kein zusätzliches Wasser benötigt. Auch entstünden keine neuen Emissionen in Luft und Wasser. Zudem verwendet das Chemiewerk, das jährlich zehn Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht, ab 2013 neben der Energie aus dem eigenen Blockheizkraftwerk nur noch Ökostrom vor allem aus Biomasse und Wasserkraft.

 

Ende 2011 wurde begonnen, für die Erweiterung das Baufeld zu ebnen und Bohrungen vorzubereiten. Denn da die Region als Erdbebenzone, wenn auch mit dem geringsten Grad, gilt, müssen Pfähle 30 Meter in die Erde gerammt werden. Die neue Produktion soll im zweiten Halbjahr 2013 starten.

 

Das Vorjahr war nach 2010 wieder ein Rekordjahr. Mit 51,3 Millionen Euro stieg der Umsatz um 15 Prozent. Der Exportanteil betrug 70 Prozent. Der Gewinn sei laut Damrath noch deutlicher als der Umsatz gestiegen. Und er blickt verhalten optimistisch auf das Jahr. "Ich glaube an keine Rezession", sagte er und rechnet mit einem leichten Umsatzanstieg.

Weiterhin sucht das Unternehmen nach einem Standort für die Kieselsäure-Produktion im "Dollar-Raum", um in Wachstumsmärkten unabhängiger von Währungsschwankungen zu sein. Doch ein Standort sei noch nicht gefunden. "Dieser soll auch Köstritz sichern", sagte Damrath. Denn für große Erweiterungen gebe es keinen Platz mehr. Derzeit gibt es 250 Beschäftigte, darunter 16 Auszubildende. Mit Erweiterung sollen bis zu zehn Arbeitsplätze entstehen.

 

Die Eigentümerfamilie des Werkes stammt aus Deutschland und lebt in den USA. Die Mehrheit halten Kurt Leopold und Tochter Michaela, die nach ihrem Wirtschaftsabschluss in Harvard in leitender Tätigkeit in einem internationalen Kosmetikkonzern arbeitet und einmal das Werk übernehmen soll.

 

Vom Wachstum profitieren nicht nur Eigentümer und Werk, sondern regelmäßig auch die Mitarbeiter: Diese würden laut Damrath demnächst mit 380 000 Euro am Erfolg beteiligt werden. Auch das ein neuer Rekordwert.


Die Produkte

  • flüssige Kieselsole u.a. zum Polieren von Siliziumscheiben
  • pulverförmiges Kieselgel beispielsweise zur Bierstabilisierung
  • Molekularsiebe u.a. zum Trocknen und Reinigen von Gasen
  • Schwefelverbindungen u.a. als Flüssigdünger

Ostthüringer Zeitung (OTZ)

Ein Angebot gegen das Weggehen
19.01.2012 - Integrierte Gesamtschule und Köstritzer Chemiewerk kooperieren. Zuvor suchte Schule lange vergeblich Partnerbetrieb.
Themen für eine Seminararbeit, Praktikumsplätze, Kennenlerntage im Chemiewerk, Expertenhilfe bei bestimmten Themen im Chemie-Unterricht. Das sind Bestandteile der gestern besiegelten Partnerschaft zwischen dem Köstritzer Chemiewerk und der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Lusan. Die Kooperation soll langsam aufgebaut und jährlich überprüft werden, sagte Michael Meier, Schulleiter der IGS mit mehr als 600 Schülern. "Die Kooperation soll ein Angebot für Menschen sein, nicht wegzugehen", sagte Chemiewerk-Geschäftsführer Dr. Volker Damrath. Bei der Kooperation halfen auch Arbeitsagentur und Ausbildungsverbund Ostthüringen.

 

Schulleiter Meier berichtete, dass eine erste Betriebspartnerschaft nicht wie gewünscht lief. Und danach viele Unternehmensklinken geputzt wurden, bis die Schule auf das Chemiewerk stieß. "Da gab es auch Momente, wo wir dachten; Na gut, dann haben wir eben im Moment Pech gehabt", erzählte Meier. Unternehmen hätten entweder keine Kapazitäten oder seien zu klein trotz des absehbaren Fachkräftemangels.

Zwar habe das Chemiewerk, das etwa 250 Mitarbeiter hat, schon eine Kooperation mit der Köstritzer Regelschule. Doch wollte Damrath sich noch eine aktivere Partnerschule suchen. Zudem habe die IGS eine gymnasiale Oberstufe und sei der Geraer Einzugsraum größer. Nach den ersten Gesprächen stand für Damrath fest: "Das passt." Auch Vize-Elternsprecher Kai Schulze sprach von einem sehr guten Projekt. Die Eltern hatten sich selbst zuvor nach Betrieben erkundigt. Doch das ist erst einmal zurückgestellt, auch weil weder Chemiewerk noch IGS weitere Patenschaften anstreben. Schulleiter Meier verspricht sich von der Kooperation zudem, dass das teils "dürftige Wissen" von Schülern, aber auch Lehrern oder Eltern zum Berufsleben erweitert werde.

 

Beim Chemiewerk mit derzeit 17 Auszubildenden drehte sich die Bewerberlage in zwei Jahren: Habe es im Vorjahr noch um die 50 aussagekräftige Bewerbungen gegeben, seien es für dieses Jahr bisher 25. "Und das bei einem verfünffachten Aufwand von uns. Aber bald gehen viele Mitarbeiter in den Ruhestand", sagte Personalreferent Ingolf Pauli. Dazu kamen die Bewerbungen vor allem aus Sachsen-Anhalt. Geraer Bewerber fehlen dagegen weitgehend.

Auszeichnungen für die Auszubildenden des Chemiewerks

15.12.2011 -

Wie bereits in den Vorjahren überzeugten Auszubildende des Chemiewerks durch herausragende Leistungen in ihrer Ausbildung.

So schlossen im Januar 2011 Georg Gammisch, Uwe Heger und Robert Krieg ihre Ausbildung zum Chemikanten mit „Sehr Gut" ab, wobei Georg Gammisch als Jahrgangsbester in seinem Ausbildungsberuf von der IHK im November geehrt wurde. Die CWK erhielt eine Auszeichnung als besonders anerkannter Ausbildungsbetrieb.

 

Im Fachbereich Metalltechnik der Berufsschule Technik Gera wurde im Dezember der Auszubildende Maik Gittel (Industriemechaniker im 4. Ausbildungsjahr) für seinen Berufsschulabschluss mit der Note 1,1 vom Schulförderverein ausgezeichnet.

Sogar mit der Note 1,0 schloss die Auszubildende zur Chemielaborantin, Susann Leppin, ihre Berufsschulausbildung an der SBBS Jena-Göschwitz ab.

 

Auch unsere weiteren 8 Auszubildenden des 4. Ausbildungsjahres zeigten bisher ausnahmslos gute und sehr gute Leistungen. Für ihre praktische Prüfung im Januar 2012 wünschen wir ihnen viel Erfolg.

 

Nach erfolgreichem Abschluss werden alle 10 Auszubildenden dieses Ausbildungsjahres ein Weiterbeschäftigungsangebot erhalten.

 

(Bilderbeschreibung vlnr: Susann Leppin, Maik Gittel, Georg Gammisch)

OTZ/TLZ - Drehling wird zur Leopold-Sportstätte

12.09.2011 -

Am Sonnabend fand in Bad Köstritz der symbolische Spatenstich für das neue Vereinshaus statt. Dafür schaute der Sponsor und Chemiewerk-Chef aus den USA vorbei und zeigte seine Verbundenheit zur Stadt.

Im Hintergrund gewannen gerade die Bad Köstritzer D-Junioren gegen Zeulenroda mit 4 zu 1. Davor wurde am Sonnabend der symbolische Grundstein für die Zukunft des Bad Köstritzer Sportplatzes gelegt. 

 

Sogar mit Tochter und Enkel kam dafür Kurt Leopold zum Bad Köstritzer Sportplatz Am Drehling. Der in den USA lebende Hauptgesellschafter des Chemiewerkes Bad Köstritz war zwar eigentlich wegen des 180. Jubiläums seines Werkes gekommen.

 

Doch da das Chemiewerk mit rund 200 000 Euro ein Drittel zum neuen Vereinshaus, oder wie es dann offiziell heißt: Ballsport- und Kegelzentrum, beisteuert, durfte der 73-Jährige an dem Tag gleich den ersten Spatenstich ausführen auch wenn der Bau erst nach Winterende starten soll. Die Gründe dafür: Ausschreibungen zum Jahresende hin seien gewöhnlich günstiger und der Bau soll so gelegt werden, dass möglichst wenig Störungen im Spielbetrieb auftreten, erklärte der Bad Köstritzer Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU). Aus diesem Grund fehlten auf der Bautafel auch noch die Namen der Baufirmen.

 

"Die Unterstützung ist auch ein Zeichen meiner Verbundenheit mit Bad Köstritz", erklärte Leopold, der noch ein weiteres Unternehmen in Kalifornien besitzt und alle paar Monate in seinem Chemiewerk vorbei schaut. Leopold zeigte sich bei seinem ersten Besuch auf dem Bad Köstritzer Sportplatz auch beeindruckt vom schlechten Zustand des bisherigen Vereinshauses. Zu Ehren des Geldgebers wird dabei die Sportstätte am Drehling dann Kurt-Leopold-Sportstätte heißen. Das Geld "hätte unserer Haushalt auf absehbare Zeit nicht aufbringen können", betonte Bürgermeister Dietrich Heiland im Beisein von Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD), die schon vor einigen Wochen bei der Übergabe von 15 000 Euro aus Lottomitteln für die neuen Flutlichtmasten am Sportplatz vorbei schaute.

 

Bis zum Winter 2012 soll dann das neue Vereinsgebäude, das über Umkleiden und Duschen für bis zu vier Fußballmannschaften sowie über vier Bahnen für Sportkegler verfügen soll, spätestens stehen, sagte der Bürgermeister.

 

SV Elstertal-Vereinsvorsitzender Jürgen Winter hofft dabei schon auf eine Einweihung zum Start der Wintersaison und erinnerte daran, dass die Anstrengungen für den Neubau zehn Jahre dauerten. Viele Jahre seien dabei vergeblich Fördermittelanträge gestellt worden, ergänzte Gerd Börner, Vorsitzender des Vereins TSV Elstertal, zu dem die Abteilung Kegeln gehört.

OTZ - Chemiewerk Bad Köstritz feiert 180. Geburtstag

Festveranstaltung im Geraer Theater
10.09.2011 - Heute begeht das Chemiewerk Bad Köstritz mit einer Festveranstaltung im Theater sein 180. Jubiläum.
Dazu betonte Landtagspräsidentin Birgit Diezel, die anwesend sein wird, dessen Bedeutung: "Das Werk ist ein florierendes Traditionsunternehmen mit klarem Bekenntnis zum Standort Ostthüringen."
Mit Innovationskraft und Präzisionsarbeit habe sich das Werk einen hervorragenden Ruf erworben und schwerste Krisen überstanden, wie den Übergang zur Marktwirtschaft.
1831 wurde die Industrieanlage für den Salzabbau eingeweiht. Heute produziert das Unternehmen High-Tech-Substanzen von nanoskaligen bis mikronisierten Stoffen sowie Produkte für moderne Verfahren der Bildverarbeitung.

Tag der offenen Tür am 27.08.2011 im Chemiewerk Bad Köstritz

Kommen Sie uns besuchen, wir freuen uns auf Sie!
01.08.2011 -

Am Samstag, dem 27.08.2011, veranstalten wir zum ersten Mal einen Tag der offenen Tür. Sie sind herzlich eingeladen.

Nähe Informationen finden Sie im PDF-Dokument.

MDR Thüringen Journal am 08.03.2011

Arbeitsplätze für Behinderte
05.04.2011 - Das Chemiewerk Bad Köstritz beschäftigt mehr Mitarbeiter mit Behinderungen, als die im Sozialgesetzbuch festgelegte Anzahl für Unternehmen dieser Größe.
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Dieser Beitrag wurde uns vom MDR zur Verfügung gestellt.
Lizenz: Telepool


Ostthüringer Zeitung (OTZ)

Ein stabiler Partner
16.03.2011 -

Chemiewerk Bad Köstritz erneut größter Sponsor für Dahlienfest - Dahlienkönigin gesucht

 

Die kleine Bühne auf dem Markt ist auch zum 33. Dahlienfest vom 2. bis 4. September in Bad Köstritz gesichert. Zum vierten Mal sponsert das Chemiewerk (CWK) Bad Köstritz zudem den technischen Aufwand und künstlerische Darbietungen. Doch gesucht wird noch eine Dahlienkönigin.

Insgesamt 5000 Euro ist das dem Unternehmen wert. Damit gilt es zugleich als der größte Einzelsponsor für das Dahlienfest.

 

Obendrein steht die Zusage, wie in der Vergangenheit so auch künftig das maßgeschneiderte Kleid der Dahlienkönigin zu bezahlen. "Das setzt voraus, dass wir eine Nachfolgerin finden", sagt Chemiewerk-Geschäftsführer Dr. Volker Damrath und warb gestern dafür, dass sich junge Köstritzerinnen im Kulturamt der Stadtverwaltung melden mögen.

 

Eine dritte Verbindung zwischen dem größten Köstritzer Arbeitgeber und dem größten Stadtfest soll zudem am Krönungsabend hergestellt werden. Weil die Chemiewerker eine Woche später das 180-jährige Bestehen des Unternehmens feiern, sind sie mit dem Kulturamt auf der Suche nach Dokumenten und Anekdoten aus der Werksgeschichte. Jene will man am 2. September präsentieren. So soll es sogar parallel zum Dahlienfest Ausstellungen im Sozialgebäude des Werkes gegeben haben.

 

"Was wären Kultur und gesellschaftliche Anlässe ohne Gönner, Mäzene und Sponsoren?", fragt Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) rhetorisch, um zu bekennen, dass er froh sei, es mit einem "stabilen Partner" zu tun zu haben. Dass er sich als solcher nicht nur beim Feiern sieht, unterstrich der Firmenchef. "Weil es dem Chemiewerk gut geht, kann auch die Stadt leben", sagte Damrath mit Blick auf die Gewerbesteuer und meinte vor der geplanten Erhöhung per Stadtratsbeschluss am Donnerstag: "Was sich verändern wird, werden wir begleiten". Dass der Betrieb als Sponsor wirken kann, erklärt der Geschäftsführer mit dem Rekordjahr 2010. Die Einschätzung gelte nicht nur für den Umsatz, sondern auch für das operative Ergebnis. "Das ist der Erfolg aller Mitarbeiter".

 

Dass aus dem Dahlienfest ein Erfolg wird, dafür plant Collage Gera. Vorgestern habe er den Vertrag mit dem "Team 102" für den Dahlienball unterzeichnet, berichtete Maik Michaelis. Wer im Starporträt zum Abschluss am Sonntag auf der Bühne steht, sei noch nicht vereinbart. Dafür gilt als sicher, dass Hortkinder und Erzieher aus der Geraer Kindertagesstätte Schreberweg am Sonnabend um 17.30 Uhr im Saal des Hotels Goldner Loewe auftreten. "Alles rund ums Holz" heißt der Markt im Palaishof und der Bürgermeister kündigte Technikschau und Vorführungen der Freiwilligen Feuerwehr an, die 2011 das 125-Jährige feiert.

Auf der kleinen Bühne am Markt treten die Tippelbrüder und Thüringens Jodelkönigin auf und dürfen sich Vereine präsentieren, die sich rechtzeitig im Kulturamt melden. Die voriges Jahr erstmals ausgetragene Spielshow der Vereine wird 2012 erneut aufgelegt.

Ostthüringer Zeitung (OTZ)

Chemiewerk Bad Köstritz mit bisher bestem Ergebnis
03.02.2011 -

Auf die Krise folgt das beste Jahr des Chemiewerkes Bad Köstritz. Das Unternehmen erzielte 2010 einen Rekordumsatz von 44,7 Millionen Euro, nachdem er 2009 um ein Viertel eingebrochen war.

"Zu verdanken ist das den Mitarbeitern, auch jenen, die Kurzarbeit in Kauf nahmen und dann wieder voll verfügbar waren", schätzt Geschäftsführer Dr. Volker Damrath ein. 233 Beschäftigte, davon 17 Auszubildende hat das Chemiewerk als größter Arbeitgeber in Bad Köstritz. Bis September sollen weitere dazukommen. Sie werden in der Molsiebproduktion gebraucht.

 

Die voriges Jahr in Betrieb genommene 17 Millionen Euro teure Anlage versetzt das Unternehmen in die Lage als einziger Hersteller in Europa bindemittelfreie Molsiebe herzustellen. Der Verzicht auf den Kleber erhöht die Wirkweise der winzigen Siebe.

 

Voll ausgelastet wurden die Kieselsäureanlagen im Vorjahr und selbst die Lager waren ausverkauft.  Kieselsol findet vielseitige Verwendung. Bei der Herstellung von Lacken, Lebensmitteln und Papier zum Beispiel und auch für das Polieren von Wafern.

 

Den Absatz der Schwefelverbindungen hilft der Fünf-Jahres-Vertrag mit dem SKW Piesteritz sichern. Das Unternehmen bezieht Thiosulfate für die Landwirtschaft. Von einem "sehr guten Ergebnis" kann der Geschäftsführer auch sprechen, weil mit dem Blockheizkraftwerk Energiekosten beherrschbar geworden sind.

 

Trotz der Erfolgsnachrichten sorgt sich der Chef, ob sich für altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter Nachfolger finden.

Ostthüringer Zeitung (OTZ)

Dem Pohlitzer Meteoriten sei Dank
03.02.2011 - Aus der am 3. August 1831 eingeweihten Saline "Heinrichshall" entsteht das Chemiewerk
Auf eine 180-jährigen Firmengeschichte gründet sich die Erfolgsgeschichte das Chemiewerkes Bad Köstritz. Die Werksfeuerwehr existiert 130 Jahre und vor 20 Jahren kaufte Gesellschafter Kurt Leopold aus New York den Betrieb.
All das sind Jubiläen, die dieses Jahr begangen werden. "Wir wollen sie würdig mit unseren Mitarbeitern feiern, weniger mit unseren Kunden, für jene zählt Innovation mehr als Tradition", sagt Geschäftsführer Dr. Volker Damrath, der seit 2009 das Unternehmen leitet.

Auf Vorschlag der Werksfeuerwehr öffnet der Betrieb Ende August für einen Tag die Türen. Die Wehr hat heute 19 Mitglieder. Einziger hauptamtlicher Feuerwehrmann ist Hauptbrandmeister Andreas Müller. Alle anderen sind Beschäftigte, die den Brandschutz zusätzlich leisten.

Für den 10. September ist das Große Haus des Geraer Theaters gemietet. Von 235 Eingeladenen haben 203 mit ihren 152 Partnern schon zugesagt. "Es ist nicht selten, dass Ehepaare bei uns arbeiten", sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Zahlen. Auch die 130 Rentner sind eingeladen. Das Festprogramm wird nicht ausgeplaudert. Doch so viel darf schon verraten werden. Theaterschaffende werden es mitgestalten und ein Abendessen ist bestellt. "Es ist das erste Mal, dass wir im Theater feiern. Ich freue mich persönlich darauf", sagt Volker Damrath.

Dass es Grund zum Feiern gibt, ist dem drei Kilogramm schweren Meteorit zu verdanken, der am 13. Oktober 1819 im heutigen Ortsteil Pohlitz niedergegangen war. Danach beauftragten die reußischen Fürsten 1821 den Tiefbohrspezialisten Karl Christian Friedrich Glenck nach Steinsalz zu suchen und eine Saline zu errichten. 1830 entdeckte man auf dem heutigen Gelände des Werkes ein ergiebiges Salzlager und baute ein Sudhaus.

Am 3. August 1831 wurde die Saline "Heinrichshall" eingeweiht. Dieser Tag gilt als Geburtsstunde des Chemiewerkes. 1845 entwickelte sich daraus eine chemische Fabrik. Sie produzierte Soda, Salzsäure und Schwefelsäure. 1909 stellte die Saline ihre Arbeit ein. Der Erste Weltkrieg brachte das Werk fast zum Erliegen. 1918 wurde die Produktion nach Übernahme durch die Harkortschen Bergwerke und Chemische Fabriken A.-G. wiederbelebt. Schwefelsäure war ein Hauptprodukt. 1927 verkaufte man zum Schrottpreis an die Zschimmer & Schwarz OHG. Am 1. Juli 1948 ging das Werk als VVB (Z) ALCID, Chemische Fabrik Heinrichshall, in Volkseigentum über. Mit Mühe wurden die Schwefelsäureproduktion stabilisiert und eine Produktionslinie für Düngemittel errichtet. 1962 legte man die Schwefelsäureproduktion still. Später entstanden Anlagen für Kieselgele und Fotochemikalien auf Basis eigener Verfahren. Ab 1981 lösten Kieselsäure, Molekularsiebe und Schwefelverbindungen die Düngerproduktion ab. 1989/90 entstand eine GmbH der Treuhand. Schmerzhaft war die Entlassung von über 300 Arbeitskräften. 1992 erreichte die Mitarbeiterzahl mit 129 ihren Tiefstand.

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CWK Chemiewerk Bad Köstritz GmbH Heinrichshall 2 07586 Bad Köstritz info@cwk-bk.de